Wer im Film arbeitet, weiß: Alles steht und fällt mit dem Blick. Ein halber Schritt nach links – und plötzlich erzählt dieselbe Szene eine komplett andere Geschichte. Genau dieses Prinzip spürt man in FOCUS – Neue Blicke auf die Sammlung Würth im Museum Würth 2 in Künzelsau: Hier wird Sehen nicht als Nebenbei-Aktion behandelt, sondern als Hauptdarsteller. Die Ausstellung läuft von 13. Oktober 2025 bis ins Frühjahr 2028, täglich 10–18 Uhr, und der Eintritt ist frei.
Als Filmemacher Sven Goldenbaum (Goldenbaum Media) war ich dort nicht „einfach im Museum“ – ich war auf Motivsuche. Rund 100 Arbeiten von etwa 60 internationalen Künstlerinnen und Künstlern sind in thematischen Räumen so gesetzt, dass sie miteinander ins Gespräch kommen: Neuzugänge, wiederentdeckte Schätze und echte Ikonen – von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart.
Spannend ist dabei weniger das „Aha, kenn ich!“ als das „Moment, so hab ich das noch nie gesehen.“ Die Ausstellung spielt bewusst mit Perspektiven: Wer schaut wie? Was verändert sich, wenn man Vergleich und Kontrast zulässt? Das fühlt sich an wie ein guter Filmschnitt: Bedeutungen entstehen zwischen den Bildern.