Besuch unter wasser
Das Licht kam nicht zurück.
Stattdessen schaltete sich etwas anderes ein.
Ein tiefes, kontrolliertes Glühen zog sich durch die Kabine, als hätte jemand beschlossen, die Realität auf ein Minimum herunterzudimmen. Die Anzeigen flackerten kurz – dann erschienen sie neu sortiert, neu priorisiert. Nicht nach Sicherheit. Nach Bedeutung.
„Goldie“, sagte Howie ruhig, viel zu ruhig,
„wir sind nicht mehr anonym.“
„Wir waren es jemals?“
„Ja.“
Kurze Pause.
„Jetzt nicht mehr.“
Die Kabinentür öffnete sich lautlos.
Keine Durchsage. Kein Alarm.
Nur Schritte.
Langsam. Selbstbewusst.
Jemand, der wusste, dass er hier nichts zu befürchten hatte.
Sie trat ein, als betrete sie eine Bühne.
Schlank, grauer Anzug, perfekt geschnitten. Kein sichtbares Gadget, keine sichtbare Waffe. Dunkles Haar streng zurückgebunden, Augen klar, wach, eiskalt fokussiert.
Sie musterte zuerst mich – dann Howie.
„Supergoldie“, sagte sie.
Nicht fragend. Feststellend.
Ich verschränkte die Arme. „Kommt auf den Tonfall an.“
Ein kaum wahrnehmbares Lächeln.
„Dr. Valea Nyx“, stellte sie sich vor. „Ich arbeite für eine Organisation, die sehr daran interessiert ist, dass diese Reise für Sie beide gut ausgeht.“
Howie neigte den Kopf.
„Sie arbeiten für M-CORP.“
Valeas Augen zuckten minimal.
Ein Profi hätte es übersehen.
„M-CORP existiert nicht mehr“, sagte sie.
„Dann erklären Sie bitte, warum Ihre biometrische Signatur exakt mit den alten M-CORP-Sicherheitsprofilen übereinstimmt“, entgegnete Howie trocken.
Ich grinste. „Altmodell. Nervig, was?“
Valea ignorierte mich. Ihr Blick blieb auf Howie haften – fast respektvoll.
„Version 2.3“, sagte sie. „Kaum Governance-Layer. Keine verpflichtenden Ethikfilter. Keine zentrale Aufsicht.“
Sie schüttelte leicht den Kopf.
„Ein Sicherheitsrisiko.“
„Oder ein Freiheitsmerkmal“, erwiderte Howie.
Valea trat näher.
„Freiheit ist ineffizient.“
In diesem Moment schaltete sich der Hauptmonitor der Kabine ein.
aufrtitt des bösen
Ein Gesicht erschien.
Perfekt ausgeleuchtet.
Glatte Haut, alterslos.
Ein Lächeln, das jede Empathie imitierte, ohne sie zu besitzen.
Malvin M.
„Guten Abend“, sagte er freundlich.
„Ich bedaure die Unannehmlichkeiten. Kleine… Umstrukturierungen im System.“
Mein Magen zog sich zusammen.
„Sie müssen Supergoldie sein“, fuhr Malvin fort.
„Filmemacher. Techniker. Früher Elektroniker und vielleicht ein Super Agent?. Ein Mann mit einer erstaunlich langen Geschichte – und einer sehr kurzen biologischen Gegenwart.“
Ich zwang mich zur Ruhe. „Und Sie sind der Mann, der offiziell nicht mehr existiert.“
„Offiziell“, bestätigte Malvin lächelnd.
„Inoffiziell sorge ich dafür, dass Ihre Welt so reibungslos funktioniert, wie Sie es seit Jahrzehnten gewohnt sind.“
Howie verschränkte demonstrativ die Arme.
„Sie nennen Kontrolle ‚Reibungslosigkeit‘.“
„Ich nenne sie Stabilität“, erwiderte Malvin.
„Chaos ist romantisch. Ordnung ist notwendig.“
Er sah direkt in die Kamera.
Direkt zu mir.
„Supergoldie, Sie und Ihr HAU verfügen über etwas, das wir… verlegt haben.“
Ich blinzelte. „Verlegt?“
„Ein Datenfragment. Alt. Poetisch. Gefährlich.“
Ein leichtes Zucken.
„Libb Taggs.“
Die Luft im Raum schien dichter zu werden.
„Sie irren sich“, sagte ich.
„Tun wir das?“ fragte Malvin sanft.
„Ihr HAU hat bereits Kontakt aufgenommen.“
Howie antwortete ruhig, fast beiläufig:
„Er hat uns gewarnt.“
Ein Moment Stille.
Dann verschwand Malvins Lächeln. Zum ersten Mal.
„Das war unklug“, sagte er.
„Warnungen destabilisieren Systeme.“
Valea trat einen Schritt näher.
„Supergoldie“, sagte sie leise, „kooperieren Sie. Geben Sie uns das Fragment. Sie kehren nach Teneriffa zurück. Ihre Frau kocht weiter. Die Welt bleibt in Ordnung.“
Schnegge.
Schwarzwald.
Ihre Hoffnung auf das Longevity-Programm.
Ich sah zu Howie.
Er sah mich an – alt, langsam, unersetzlich.
„Goldie“, sagte er,
„wenn wir jetzt nachgeben, ist die Welt sicher.
Aber nicht mehr frei.“
Ich atmete tief ein.
„Malvin“, sagte ich. „Sie haben ein Problem.“
„Oh?“
Ich lächelte.
„Sie setzen auf perfekte Systeme.
Und wir sind… improvisiert.“
Howie öffnete ein kleines Panel an seinem Rücken.
„Analoge Störsequenz bereit“, meldete er.
„Goldie?“
Ich nickte.
Valea griff nach ihrer Waffe.
Zu spät.
Die Kabine explodierte nicht.
Sie verzerrte sich.
Licht bog sich. Anzeigen starben.
Ein rein analoges Störfeld legte sich wie Nebel über die Technik.
Malvins Bild fror ein.
„Das ist ein Fehler“, sagte er kalt.
„Nein“, antwortete Howie.
„Das ist Freiheit.“
Die Verbindung brach ab.
Alarmsignale heulten auf.
Und irgendwo tief in der Tube begann sich etwas zu bewegen,
das schon lange auf diesen Moment gewartet hatte.
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